Wenn wir ganz im Moment aufgehen
Ein persönlicher Einblick und Impuls für mehr Glück im Alltag
Manchmal sind wir so sehr in eine Tätigkeit vertieft, dass wir die Zeit vergessen. Wir sind ganz bei dem, was wir gerade tun, und erleben dabei ein Gefühl von Leichtigkeit und Wohlbefinden. In der Psychologie wird ein solches Erleben als „Flow“ bezeichnet.

Was bedeutet Flow?
Der Psychologe Mihály Csíkszentmihályi machte das Flow-Konzept bekannt. Flow beschreibt einen Zustand intensiver Vertiefung, in dem die Aufmerksamkeit stark auf eine Tätigkeit gerichtet ist. Das eigene Handeln fühlt sich dabei häufig flüssig und stimmig an; die Wahrnehmung der Zeit kann sich verändern.
Flow kann beim Sport, bei kreativen Tätigkeiten oder bei Aufgaben entstehen, die unsere Aufmerksamkeit fesseln. Begünstigt wird er unter anderem durch ein passendes Verhältnis zwischen Herausforderung und Fähigkeiten, ein klares Ziel und möglichst wenige Ablenkungen. Wissenschaftliche Forschung untersucht Zusammenhänge zwischen Flow und Wohlbefinden. Flow ist jedoch kein garantiertes Glücksrezept und wird von Menschen unterschiedlich erlebt.
Mein persönlicher Flow-Moment
Ich persönlich erlebe Flow sehr oft beim Laufen. Dann nehme ich die Zeit kaum noch wahr und spüre meinen Körper nicht mehr so bewusst wie sonst. Ich laufe einfach. Es ist ein tiefes Wohlgefühl, das sich nur schwer in Worte fassen lässt.

Gleichzeitig fühle ich mich vollkommen in mir zentriert und empfinde eine beinahe grenzenlose Weite. Es ist, als würde ich ganz in meinem Sein und Tun aufgehen. Gedanken sind vielleicht da, aber ich bin mir nicht immer sicher, ob ich sie in diesem Moment tatsächlich in Worte fasse. Für mich fühlt sich das wie eine andere Ebene des Erlebens an – eine Art Meta-Sein, in dem ich ganz bei mir bin.
Ein ähnliches Gefühl kenne ich aus der Meditation und aus Pranayama, also bewussten Atemübungen. Auch dort erlebe ich manchmal diese besondere Verbindung aus innerer Zentrierung und Weite. Körper und geistiges Erleben fühlen sich dann nicht getrennt an, sondern wie ein stimmiges Ganzes. Ich empfinde es als regenerierend, entspannend und unglaublich schön.
Neben dem Laufen entdecke ich solche Momente auch beim Puzzeln, beim Spazierengehen in der Natur und manchmal beim Stricken. Jede dieser Tätigkeiten ist anders – gemeinsam ist ihnen für mich das Gefühl, ganz in der Tätigkeit aufzugehen und dabei auf besondere Weise mit mir selbst verbunden zu sein. Das ist meine persönliche Beschreibung; Flow kann sich für andere Menschen ganz anders anfühlen.

Wie wir dem Flow im Alltag Raum geben können
Wir müssen Flow nicht erzwingen. Wir können aber Gelegenheiten dafür schaffen: eine Tätigkeit wählen, die uns wirklich interessiert, Ablenkungen reduzieren und uns Zeit nehmen, ohne ständig auf die Uhr zu sehen. Ob Bewegung, Handarbeit, Musik, Gartenarbeit oder ein ruhiger Spaziergang – entscheidend ist, was uns persönlich anspricht.
Mein Selbsterfahrungsversuch auf Lifestyle-Austria
In meinem 90-Tage-Selbstexperiment von Lifestyle Austria by Edda Berger geht es darum, den eigenen Lebensstil bewusster zu gestalten und Schritt für Schritt mehr Glücksmomente im Alltag zu entdecken.
Flow kann dabei ein Impuls sein, auf die eigenen Bedürfnisse zu hören und Tätigkeiten mehr Raum zu geben, in denen wir uns lebendig, konzentriert und wohl fühlen.
Dein Impuls für heute: Nimm dir zehn bis fünfzehn Minuten für eine Tätigkeit, die dir Freude macht. Lege Ablenkungen beiseite und beobachte, wie du dich dabei fühlst – ganz ohne Druck, einen bestimmten Zustand erreichen zu müssen.

Und wie erlebst du Flow?
Meine Lieben, vielleicht kennt ihr dieses Gefühl auch aus eurem eigenen Leben. Wann geht ihr ganz in einer Tätigkeit auf? Beim Laufen, in der Natur, beim Musizieren, Kochen oder bei etwas ganz anderem? Wenn ihr Lust habt, erzählt mir in den Kommentaren von euren Erfahrungen mit Flow – ich freue mich darauf, eure Perspektiven kennenzulernen.
Alles Liebe
Edda
Wissenschaftliche Quellen und weiterführende Literatur
- Csíkszentmihályi, M. (1990). Flow: The Psychology of Optimal Experience. Harper & Row.
- Peifer, C., & Engeser, S. (Hrsg.). (2021). Advances in Flow Research. Springer. https://doi.org/10.1007/978-3-030-53468-4
- Lavoie, R., Main, K., & Stuart-Edwards, A. (2021). Flow theory: Advancing the two-dimensional conceptualization. Motivation and Emotion, 45, 663–674. https://doi.org/10.1007/s11031-021-09911-4
- Sweeny, K., Huerta, J. M., Hawes, J., & Susoeff, S. (2026). Just keep flowing: A meta-analysis on the relationship between flow and well-being. Emotion. PubMed: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/41817600/
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