Warum bewusste Atmung gerade für Empathen eine wertvolle Auszeit sein kann

Es gibt Menschen, die einen Raum betreten und sofort merken, wie die Stimmung ist.

Ist jemand angespannt?
Ist jemand traurig?
Ist die Atmosphäre entspannt oder irgendwie komisch?

Empathische Menschen nehmen solche Dinge oft sehr schnell wahr. Für mich ist das eine besondere Fähigkeit. Gleichzeitig kann es manchmal anstrengend sein, wenn man sehr viele Eindrücke aufnimmt.

Vielleicht kennst du das: Du kommst nach einem Tag mit vielen Menschen nach Hause und möchtest eigentlich nur noch Ruhe.

Nicht, weil etwas Schlimmes passiert ist.

Sondern weil einfach zu viel gleichzeitig auf dich eingewirkt hat.

Genau dann finde ich bewusste Atmung spannend.

Pranayama und verschiedene Formen von Breathwork können eine kleine Möglichkeit sein, für einige Minuten aus dem Außen herauszukommen und die Aufmerksamkeit wieder auf den eigenen Körper und den eigenen Atem zu richten.

Was Pranayama eigentlich bedeutet

Pranayama stammt aus der Yoga-Tradition und beschäftigt sich mit dem bewussten Umgang mit dem Atem.

Unser Atem ist dabei etwas ganz Besonderes.

Normalerweise läuft er automatisch ab. Wir müssen nicht darüber nachdenken, damit wir atmen.

Gleichzeitig können wir unseren Atem bewusst beobachten und bis zu einem gewissen Grad beeinflussen.

Wenn wir aufgeregt sind, verändert sich unsere Atmung häufig.

Wenn wir zur Ruhe kommen, wird sie oft langsamer und gleichmäßiger.

Diese Verbindung zwischen Atmung, Körper und unserem Erleben macht Atemübungen interessant.

Breathwork ist dabei ein weiter gefasster Begriff für verschiedene Methoden und Übungen, bei denen bewusst mit der Atmung gearbeitet wird.

Wenn man besonders viel wahrnimmt

Empathie kann wunderschön sein.

Wir bemerken oft kleine Veränderungen in der Stimmung anderer Menschen. Ein anderer Gesichtsausdruck, eine veränderte Stimme oder eine bestimmte Atmosphäre können uns auffallen, noch bevor darüber gesprochen wird.

Das kann Nähe schaffen.

Es kann uns helfen, andere Menschen besser zu verstehen.

Aber es kann auch bedeuten, dass unser eigener innerer Zustand manchmal etwas in den Hintergrund rückt.

Wir fragen uns:

Was braucht der andere?

Wie geht es meinem Gegenüber?

Kann ich helfen?

Und irgendwann stellt sich vielleicht die Frage:

Wie geht es eigentlich mir?

Genau für diese kleine Rückkehr zu sich selbst kann bewusste Atmung interessant sein.

Der Atem als kleine Pause vom Außen

Eine Atemübung muss nicht kompliziert sein.

Manchmal reicht es, sich für ein paar Minuten hinzusetzen und bewusst wahrzunehmen, was gerade passiert.

Das Handy liegt zur Seite.

Es gibt keine Nachrichten.

Niemand möchte etwas von uns.

Wir müssen nichts erledigen.

Wir beobachten einfach unseren Atem.

Wie fühlt er sich an?

Ist er ruhig oder eher hektisch?

Atme ich tief oder flach?

Schon diese einfache Aufmerksamkeit kann eine kleine Unterbrechung im Alltag schaffen.

Und vielleicht ist genau das für viele empathische Menschen wertvoll:

ein paar Minuten, in denen niemand anderes im Mittelpunkt steht.

Warum langsames Atmen interessant sein kann

Der Atem steht in enger Verbindung mit unserem autonomen Nervensystem.

Deshalb verändert sich unsere Atmung häufig ganz automatisch, wenn wir angespannt, aufgeregt oder nervös sind.

Umgekehrt werden langsame Atemweisen häufig genutzt, wenn Menschen bewusst einen ruhigeren Zustand anstreben.

Dabei sollte man keine Wunder erwarten.

Eine Atemübung macht einen stressigen Tag nicht ungeschehen.

Sie löst auch keinen Konflikt.

Aber sie kann einen kleinen Zwischenraum schaffen.

Und manchmal brauchen wir genau diesen Zwischenraum.

Für Empathen kann dieser Zwischenraum besonders wertvoll sein

Wenn wir die Gefühle und Stimmungen anderer Menschen intensiv wahrnehmen, sind wir häufig sehr stark im Außen.

Atemübungen können dabei helfen, die Aufmerksamkeit wieder auf den eigenen Körper zu lenken.

Nicht um andere Menschen auszublenden.

Und auch nicht, um weniger empathisch zu werden.

Sondern um die eigene Wahrnehmung wieder mit einzubeziehen.

Vielleicht ist die passende Frage deshalb nicht:

„Was fühlt der andere?“

sondern manchmal auch:

„Was passiert gerade in mir?“

Eine einfache Atemübung für den Alltag

Du möchtest es ausprobieren?

Dann brauchst du dafür weder einen besonderen Raum noch viel Zeit.

Setze dich bequem hin.

Lass deine Schultern locker.

Atme zunächst ganz normal und beobachte deinen Atem.

Wenn es sich angenehm anfühlt, kannst du anschließend etwas länger ausatmen als einatmen.

Zum Beispiel:

4 Sekunden einatmen.
6 Sekunden ausatmen.

Wiederhole das einige Male ganz entspannt.

Es geht nicht darum, möglichst tief oder möglichst lange zu atmen.

Es geht um bewusste Wahrnehmung.

Wenn sich die Übung unangenehm anfühlt oder dir schwindelig wird, beende sie und atme wieder ganz normal.

Danach kannst du einen Moment still sitzen bleiben.

Und dich fragen:

„Was brauche ich gerade?“

Vielleicht ist die Antwort Ruhe.

Vielleicht Bewegung.

Vielleicht Abstand.

Vielleicht ein Gespräch.

Oder vielleicht einfach eine Tasse Tee.

Auch das ist Selbstfürsorge.

Empathie braucht nicht nur Mitgefühl für andere

Ich glaube, dass Empathie manchmal mit der Vorstellung verbunden wird, immer für andere da sein zu müssen.

Aber das sehe ich anders.

Wir dürfen helfen.

Wir dürfen zuhören.

Wir dürfen mitfühlen.

Und gleichzeitig dürfen wir Grenzen setzen.

Ein „Heute nicht“ ist nicht automatisch Lieblosigkeit.

Eine Pause ist kein Egoismus.

Und Zeit für sich selbst bedeutet nicht, dass einem andere Menschen weniger wichtig sind.

Im Gegenteil.

Wer seine eigenen Bedürfnisse besser wahrnimmt, kann oft auch bewusster entscheiden, wann und wie viel Unterstützung er anderen geben möchte.

Breathwork muss kein großes Ritual sein

Ich mag an Atemübungen besonders ihre Einfachheit.

Wir brauchen kein großes Equipment.

Keine komplizierte Vorbereitung.

Und oft auch nicht viel Zeit.

Der Atem ist ohnehin da.

Vielleicht beim ersten Kaffee am Morgen.

Während einer kurzen Pause im Büro.

Nach einem schwierigen Gespräch.

Beim Spaziergang.

Oder abends, bevor wir schlafen gehen.

Ein paar bewusste Atemzüge können zu einem kleinen persönlichen Ritual werden.

Nicht als Pflicht.

Sondern als Einladung, kurz innezuhalten.

Vielleicht ist „bei sich bleiben“ die eigentliche Übung

Für mich liegt darin ein schöner Gedanke:

Wir müssen unsere Empathie nicht abschalten.

Wir müssen auch nicht versuchen, weniger zu fühlen.

Vielleicht geht es vielmehr darum, unsere eigene Wahrnehmung dabei nicht zu vergessen.

Andere Menschen dürfen ihre Gefühle haben.

Wir dürfen unsere Gefühle haben.

Und dazwischen darf es einen kleinen Raum geben.

Der Atem kann ein solcher Raum sein.

Einatmen.

Ausatmen.

Kurz wahrnehmen.

Und vielleicht feststellen:

Da bin ich ja.

Mein Fazit

Ich glaube nicht, dass Pranayama oder Breathwork eine besondere „Geheimtechnik“ für Empathen sind.

Aber bewusste Atmung kann gerade für Menschen, die ihre Umgebung sehr intensiv wahrnehmen, eine schöne Möglichkeit sein, zwischendurch nach innen zu schauen.

Ein paar Minuten Ruhe.

Ein bewusster Atem.

Weniger Außen.

Mehr eigene Wahrnehmung.

Und vielleicht die kleine Erinnerung:

Ich darf für andere da sein, ohne mich selbst dabei zu vergessen.

Für mich ist genau das ein wichtiger Teil von Selbstfürsorge.

Nicht spektakulär.

Nicht kompliziert.

Aber manchmal erstaunlich wohltuend.

Alles Liebe

Edda

Hinweis: KI-gestütze Gestaltung und Korrektur

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