Wer mich kennt, der weiß, ich beschäftige mich aktiv mit Yoga, Pranayama und Chakren. Mit aktiv meine ich, dass ich beinahe jeden Tag mit Pranayama beginne.
Ebenso beende ich beinahe jeden Tag mit Pranayama.
Doch, was bedeutet Pranayama?
Die Worte „Prana“ und „Ayama“ stammen aus dem Sanskrit. „Prana“ bedeutet Lebensenergie. „Ayama“ könnte man von der Bedeutung her mit kontrollieren bzw. ausdehnen oder auch erweitern übersetzen. Zusammengefasst kann der Begriff „Pranayama“ dementsprechend mit „die Lebensenergie kontrollieren“ oder „die Lebensenergie ausdehnen bzw. erweitern“ übersetzt erden.
Energiefluss
Für jene, die noch nie etwas von Yoga, Chakren oder Pranayama gehört haben, hier kurz ein Intro:
Nach Yogi-Lehre besitzt jeder Mensch Energiezentren, welche als Chakren bezeichnet werden. Interessanterweise befindet sich beim menschlichen Körper jedes Haupt-Chakra im Bereich einer Drüse.
Durch das Praktizieren von Pranayama kann der Mensch aktiv Einfluss auf sein Hormonsystem, auf das Nervensystem, auf die Konzentration sowie auf die Gehirnwellen nehmen.
Wenn mich jemand fragen würde: „Womit kannst du dein Nervensystem beeinflussen und deinen Stress regulieren?“ dann wären die einzigen Antworten, welche mir einfallen würden: mit Atmung, Kälte und Meditation.
Sympathikus und Parasympathikus
Das Nervensystem bzw. das vegetative Nervensystem unterteilt man allgemein in ein parasympathisches und ein sympathisches Nervensystem. Während das sympathische Nervensystem (Sympathikus) für Stress, Kampf und Flucht sowie Leistung zuständig ist, dient das parasympathische Nervensystem (Parasympathikus) zur Entspannung, Regeneration, Ruhe und Schlaf.
Der Sympathikus wird aktiviert und ist wichtig, wenn wir Leistung bringen müssen, wenn wir uns verteidigen müssen, wenn wir schnell reagieren müssen.
Der Parasympathikus wird aktiviert und ist wichtig, wenn wir zur Ruhe kommen wollen, uns regenerieren wollen. Es fördert die Zellregeneration, reguliert eine gesunde Verdauung und regelt den Säuregehalt im Magen.
Vagusnerv
Der Vagusnerv ist einer der zwölf großen Hirnnerven und ist für die Entspannung und für die Regeneration ebenso maßgeblich wir das parasympathische Nervensystem.
Der positive Einfluss von Pranayama auf den Vagusnerv ist enorm.
Yoga und Atmen
Die Yoga-Körperübungen dienen im Grunde dem Pranayama. Die Körperpraxis soll die Effekte der Atemübungen unterstützten. In weiterer Folge sollen die Chakren aktiviert und auf den Energiefluss des Pranayama vorbereitet werden.
Traumata, Blockaden, Emotionen
Der Körper speichert Traumata, Blockaden und Emotionen. Dies kann im Laufe des Lebens zu großem Unbehagen frühen. Manchmal führt es sogar zu (chronischen) Erkrankungen, Depressionen, zu Antriebslosigkeit, dem Gefühl von Sinnlosigkeit und Handlungsunfähigkeit, Bewegungseinschränkungen usw.
Pranayama und Yoga können dabei helfen, Traumata, Blockaden und verdrängte Emotionen zu lösen.
Stärker, effektiver, intensiver und transformierender als erwartet
Ich möchte nun mit dir eine persönliche Erfahrung teilen, welche mir vor drei Wochen widerfahren ist:
Ich praktiziere seit mehreren Monaten Kundalini-Yoga, zur Aktivierung der Chakren und zur Aktivierung der Kundalini-Energie. Der Prozess ist langwierig. Und das ist gut so, denn eine spontane bzw. zu frühe Aktivierung der Kundalini-Energie kann sehr schwere Folgen haben. Der Prozess geht langsam, aber stetig. Eine spontane Aktivierung hat ausgesprochen negative Wirkungen auf den Körper, die Psyche und auf das Nervensystem. Es gleicht einer Psychose, welche Jahre andauern kann. Daher ist die langsame, angemessene Aktivierung maßgeblich für die positiven Effekte der Kundalini-Energie.
Schmerzen, Weinen, Emotionen
Vor drei Wochen, an einem Sonntag, als ich wieder Yoga-Körperübungen und Pranayama kombinierte, überkam mich eine heftige, emotionale Welle. Ich war zu dieser Zeit bereits mehrere Tage mit dem Sakral-Chakra beschäftigt.
Im Rückblick kann ich feststellen, dass ich bereits einige Tage Schmerzen im Bereich des Sakral-Chakras spürte. Auch emotionale Schwankungen kamen wellenartig auf. Weiters zeigten sich eine Art Rückblicke in mein bisheriges Leben (besonders Kindheit und Beziehungen und deren Muster, welche meine Beziehungen zu Menschen jahrelang kennzeichneten) gekoppelt mit aktuellen Situationen, welche mir immer wieder wie Filme im Kopf abliefen.
Ich spürte über mehrere Tage hinweg, dass im Bereich des Sakral-Chakras etwas schlummerte. Etwas, dass ich ein Leben lang verdrängt hatte. Etwas, dass mich verletzt und geprägt hatte. Etwas, dessen Muster sich in meinem Leben wie ein Boomerang immer wieder zeigte. Nur jedes Mal hinter einer anderen Maske, mit anderen Menschen. Aber irgendwie immer die gleichen zugrunde liegenden Themen. Etwas, an dessen Ursprung ich mich nicht wirklich aktiv oder bewusst erinnern konnte.
Da waren nur die Bilder in meinem Kopf und das Gefühl in meinem Körper – gekoppelt mit den Emotionen.
Ich hatte beschlossen, das nicht länger zu verdrängen. Ich praktizierte so lange, bis die Emotion vollständig da war. Und dann ließ ich die Emotion vollständig zu. Ich wollte diesmal durch die Emotion hindurch gehen. Sie umarmen und annehmen als einen Teil von mir. Einen Teil, der mich ein Leben lang in meiner Lebensqualität beeinträchtigte.
Die Welle dauerte fast zwei Tage.
Und dann war ich plötzlich wie ein anderer Mensch.